Früher war alles besser ...



 

… ja, naa, ned unbedingt ois. Was ich aber zeitlebens immer schon an meiner Heimatstadt München mochte war, dass hier a jeder seinen Platz gefunden hat: Arm & ned so arm, Spinner, Angeber, erfolgreiche und weniger erfolgreiche Zeitgenossen, Geschäftsleute, Lebenskünstler, Musiker, Strawanzer, Großkopferte, laute, leise …

Heut hab ich zumindest den Eindruck, dass es nimmer ganz so is. Viele wollen am ganz großen Rad drehen, jeder fahrt seine Ellbogen aus, jeder will der Größte, der Schnellste sein. Immer mehr „laut“, immer mehr „i zuerst“. Und was ma selber ned is, wird halt dazugekauft, geleast, oder kreditkartelt. Hauptsach, der schöne Schein stimmt.

So manche authentische Leut, oder - „Originale“, wia ma so schee sagt - fallen bei der Rechnung irgendwann hinten runter. Eigentlich jetz scho. Und vielleicht bald schon ist aus dem „gemütlichen München“, dem „großen Dorf“, in dem „jeder jeden um zwei Ecken kennt“ eine glattgebügelte, beliebige Großstadt geworden, ohne Ecken und Kanten, ohne Orte wo’s halt ned so ganz perfekt ist – aber eben Spaß macht!

Naa - wo’s gestern no schee war, san morgen scho alle, und übermorgen schaut dann da Investor um’s Eck – und baut an Betonklotz hi mit Wohnungen für 25 Euro den Quadratmeter. Da ziehen dann Leut ein die sich’s leisten können, freuen sich auf’s „bunte München“ – und wundern sich dann, wo denn nun all die bunten & lustigen Leute hin sind, die früher mal in dem Viertel gewohnt haben.

Die CSU hat letztens in der SZ ihr Programm für die kommende Kommunalwahl angekündigt: „Wieder München werden“ heißt es da, und „Werte der Vergangenheit“ sollen wieder aus der Klamottenkiste geholt werden. Nicht dass ich irgendwie reaktionär veranlagt wäre - im Gegenteil, nach vorne schaun’ heißt’s – aber just in dem Moment hab ich an meinem neuen Motiv „Make Munich griabig again“ gearbeitet – freilich dem Wahlspruch vom Donald aus Amerika entlehnt, aber sehr passend für meine persönliche Mission, mein kleiner Feldzug, meine große Herzensangelegenheit:

Ich möcht diese Stadt so gern wieder aus ganzem Herzen lieben dürfen, weil sie Platz für JEDEN lässt. Ned nur für die, die sich’s leisten können. Wenn jeder amal wieder sei Ego zurückschraubt, seinen Monsterkarren in der Garage lässt, mit seim Lastnradl ned auf’m Gehweg alle ummäht; wenn ned aus jedem leerstehendem ehemaligen Ladengeschäft ein gesichtsloses "Eiermann-Schreibtisch mit 27-Zoll-Mac drauf“-Büro wird, wenn’s wieder mehra beinharte Bier-Boazn statt „Bier-mit-Erdbeergeschmack"-Schuppen gibt … dann warad des – zumindest für mi – scho ganz a graibige Sach! :-)

Darum mein Wunsch: MAKE MUNICH GRIABIG AGAIN! 😎🤟🍻

 


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